15.12.18 00:00 Alter: 23 Stunden

Nachruf für unser Ehrenmitglied Dipl.-Ing. Peter Könekamp

Rubrik: BWK

 

Wir trauern um unser Ehrenmitglied Peter Könekamp, der am 26. Februar 2018 im Alter von 85 Jahren in Hamburg verstorben ist.

Peter Könekamp war von 1971 bis 1995 Schatzmeister des Bundes der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau (BWK) und damit Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes. In dieser langen Zeit von 24 Jahren hat er nicht nur die Kasse des BWK zur besten Zufriedenheit aller Beteiligten verwaltet, sondern er hat mit seinem umfangreichen Wissen, seiner langen Berufserfahrung, Menschenkenntnis und Kontaktfähigkeit den BWK immer sehr verantwortungsbewusst hinsichtlich der Möglichkeiten und Grenzen des verbandlichen Handelns beraten. Dabei ist er nachdrücklich für das eingetreten, was er für richtig angesehen hat. Ebenso mutig hat er Ideen und Entwicklungen, die er nicht verantworten konnte, mit der notwendigen Kritik hinterfragt. Mit diesen Qualitäten hat er selbst viel zur Entwicklung des BWK beigetragen und diese positiven Eigenschaften später auch auf seine Nachfolger übertragen. Über 20 Jahre lang war Peter Könekamp zudem stellvertretender Vorsitzender des BWK-Landesverbandes Niedersachsen und Bremen.

Peter Könekamp wurde am 14. März 1932 in Bremen geboren und ist dort aufgewachsen. Nach Krieg und Schulzeit absolvierte er zunächst ein zweijähriges Berufspraktikum in der Landwirtschaft und Wasserwirtschaft als Voraussetzung für das anschließende Studium, das er in den Jahren 1951 bis 1954 an der damaligen Ingenieurschule für Wasserwirtschaft und Kulturtechnik in Suderburg, der heutigen Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Campus Suderburg, absolvierte.

Seine berufliche Laufbahn begann er mit Tätigkeiten von jeweils zwei Jahren bei den Kreisverwaltungen Winsen/Luhe und Osterholz-Scharnbeck, bevor er 1958 zum Wasserwirtschaftsamt Bremen wechselte, wo er auch eine Beamtenausbildung absolvierte.

1964 folgte er dem Ruf des Mittelweserverbandes mit Sitz in Syke, wo er ab Februar 1966 die Geschäftsführung übernahm. Das Verbandsgebiet hat eine Größe von etwa 52.000 ha, es sind dort 480 km Gewässer II. Ordnung zu unterhalten, 55 km Hochwasserschutzdeiche zu pflegen und instand zu halten und der Betrieb von vier Hochwasserschöpfwerken und fünf Polderschöpfwerken sicherzustellen. Neben dem Hochwasserschutz und der Sicherstellung des Wasserabflusses übernimmt der Verband wichtige Aufgaben der Landschaftspflege. Baudirektor Peter Könekamp hat den Mittelweserverband über 29 Jahre lang geführt und die Geschäftsführung für acht angegliederte Wasser- und Bodenverbände inne gehabt. In dieser Funktion hat er dem Verband ein Gesicht und eine Stimme gegeben. War die Rede vom Mittelweserverband, so hieß es oft: „Das ist doch der Verband von Könekamp.“

In seiner Amtszeit wurde u.a. der lückenlose Deichschutz zwischen der Landesgrenze Bremen/Niedersachsen in Dreye und Altenbücken (52 km) fertig gestellt. Die Deichlücken an Eiter und Emte wurden geschlossen und die Wienberger und Oister Überfälle beseitigt. Damit hatte der Weserdeich die vorgeschriebene Bestickhöhe. Die Stadt Hoya wurde durch den Bau der neuen Deichmauer geschützt und die vier großen Schöpfwerke stellten die Binnenvorflut sicher. Ein zweites großes Tätigkeitsfeld war der Ausbau der Haupt- und Nebengewässer auch in Zusammenarbeit mit den Flurbereinigungen.

In den letzten Jahren seiner beruflichen Tätigkeit beschäftigte sich Peter Könekamp insbesondere mit der Bedeutung der Gewässer und ihrer Uferbereiche als Lebensstätte für Pflanzen und Tiere. So wurden die ersten Gewässerrandstreifen ausgewiesen Gewässer angepasst, die nicht mehr entwässerten, sondern Erlenbruchwälder vernässen sollten. Auch die ersten Gewässerentwicklungspläne und der Rahmenentwurf zur Renaturierung von Ochtum und Hache im Rahmen des niedersächsischen Fließgewässerprogramms wurden aufgestellt.

In der Zeit beim Mittelweserverband arbeitete Peter Könekamp auch in vielen Ausschüssen und im Beirat des Wasserverbandstages Bremen-Niedersachsen-Sachsen-Anhalt mit.  Anlässlich der Verabschiedung von Peter Könekamp in den Ruhestand am 18. April 1995 im Zusammenhang mit dem 40-jährigen Verbandsbestehen stellte Ministerialrat Gerhard Krause vom Niedersächsischen Umweltministerium fest, dass „Peter Könekamp den Grundstein für die Erfolge des Verbandes durch technisches Verständnis, solide Verwaltungskenntnisse und die Gabe zur Kommunikation gelegt habe“.

Gleich zweifach ausgezeichnet wurde Peter Könekamp im Jahr 1996 für seine Verdienste um das Wasserverbandswesen und um den damals berufsständisch orientierten BWK: Die Karl-Hillmer-Gesellschaft beim Fachbereich Wasserwirtschaft und Umwelttechnik an der Fachhochschule Nordostniedersachsen in Suderburg verlieh Peter Könekamp im Oktober 1996 die „Karl-Hillmer-Medaille“ und würdigte damit seine besonderen Verdienste in der Wasserwirtschaft und Kulturtechnik. Anlässlich des BWK-Bundeskongresses im September 1996 in Cottbus hat die 47. Bundesversammlung Peter Könekamp aufgrund seines langjährigen von hohem Verantwortungsbewusstsein getragenen Einsatzes für den BWK zum Ehrenmitglied des BWK-Bundesverbandes ernannt, eine bis dahin nur zweimal verliehene Auszeichnung. Die Laudatio hielt in beiden Fällen Ministerialdirektor Dr.-Ing. Dietrich Ruchay vom Bundesumweltministerium, zugleich Präsident des BWK, der die Qualität des Mannes, den es zu ehren gab, nur zu gut kannte.

Wie viele andere, die Verantwortung im Ehrenamt übernommen haben, hat auch Peter Könekamp sehr viel Freizeit für den BWK investiert. So war er neben der Tätigkeit als Bundesschatzmeister und stellvertretender Vorsitzender im Landesverband Niedersachsen und Bremen gemeinsam mit Dietrich Huuck Mitbegründer der Geschäftsführertagungen im BWK. Anlässlich seines Ausscheidens aus dem aktiven Dienst beim Mittelweserverband hat sein Nachfolger Georg Kranefoed geschrieben: „Ich weiß, Du bist niemand, der untätig herumsitzt. Bleibe so aktiv wie du bist, aber lenke diese Aktivitäten mehr in Richtung Familie und Ruhestand. Du hast es verdient.“

Auch diese Wünsche hat Peter Könekamp mit seiner Kontaktfreudigkeit und seiner aktiven Art der Mitgestaltung umgesetzt: Seine Verbundenheit zum BWK und seinen Funktionsträgern hat er zunächst gemeinsam mit seiner Frau Brigitte und nach deren Tod bis zuletzt allein als Ehrenmitglied durch seine regelmäßige Teilnahme an den BWK-Bundeskongressen und Geschäftsführertreffen zum Ausdruck gebracht. Eine besondere Ehre für ihn war es dabei auch, anlässlich des BWK-Bundeskongresses 2015 in Jena mit der Goldenen Ehrennadel des BWK ausgezeichnet zu werden.

Sein Tod ist für die BWK-Familie ein großer Verlust. Wir nehmen Abschied in großer Dankbarkeit und werden unseren Peter Könekamp als liebenswerten und freundlichen Mitmenschen stets in guter Erinnerung behalten.

Prof. Dr.-Ing. Holger Schüttrumpf

Dr.-Ing. Birgit Schlichtig

 

Dipl.-Ing. Peter Könekamp