13.12.18 00:00 Alter: 3 Tage

Nachruf für unser Ehrenmitglied Baudirektor a. D. Dipl.-Ing. Hans Kwitniewski

Rubrik: BWK

Am 27. Oktober 2017 verstarb Hans Kwitniewski im 91. Lebensjahr. Hans Kwitniewski war 68 Jahre Mitglied im BWK, Ehrenmitglied im Landesverband Niedersachsen und Bremen sowie Träger der Goldenen Ehrennadel. Das Verbandsgeschehen hat ihn bis ins hohe Alter interessiert.

Hans Kwitniewski wurde am 02. Juni 1927 in Danzig geboren. Dort besuchte er die Staatliche Oberschule (Gymnasium). Mit 17 Jahren wurde er zum Kriegsdienst einberufen. Im April 1945 wurde er östlich vor Berlin bei den „Seelower Höhen“ verwundet und geriet in russische Kriegsgefangenschaft. Seine Verletzung und Unterernährung führten bereits im Herbst 1945 zur Entlassung. Seine Familie war aus Danzig nach Celle zu Verwandten geflüchtet.

Die bei Einberufung zum Kriegsdienst von der Schule in Danzig ausgestellte Bescheinigung mit der Berechtigung an einem Sonderlehrgang zur Erlangung der Hochschulreife teilzunehmen, wurde nicht anerkannt. In Celle wurde Hans Kwitniewski auf die damalige Ingenieurschule in Suderburg aufmerksam und nahm dort das Studium auf, das er 1949 erfolgreich abschloss. Durch die Währungsreform wieder völlig mittellos trat er 1950 in den Dienst der Niedersächsischen Wasserwirtschaftsverwaltung. Seinen beruflichen Werdegang startete er beim Wasserwirtschaftsamt Hannover in der Bauabteilung Weserniederung in Achim vor den Toren Bremens. Dort arbeitete er als junger Bauinspektor im Zuge der Mittelweserkanalisierung. Er wechselte 1959 in das damals für die Wasserwirtschaft zuständige Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Hier erfolgte 1972 der Aufstieg in den höheren Dienst. Danach war er beim Wasserwirtschaftsamt in Hildesheim tätig. 1975 wechselte er als Dezernent zur Bezirksregierung Hannover. Hier baute er die Arbeitsgruppe Abfall auf und war für die Erstellung des Sonderabfallplans Niedersachsen zuständig, die der Bezirksregierung als Vorortaufgabe übertragen worden war. Zu seinen weiteren Tätigkeiten gehörten insbesondere Aufgaben der Wasserwirtschaft, wie Strömungsmessungen und Untersuchungen zur Schlammbewegung im Steinhuder Meer, die Überwachung des Betriebs des Kernkraftwerkes Grohnde bei Hameln sowie die Aufstellung eines Salzlastplanes für die Weser und die Leine. 1990 wurde Hans Kwitniewski als Baudirektor in den Ruhestand versetzt.

Dem BWK trat Hans Kwitniewski bereits 1949 bei. Auslöser war die Zeitschrift „Wasser und Boden“, die mit der Erstausgabe an der Hochschule verteilt wurde. Wie er selber einmal sagte, war der „Hunger“ nach Informationen in der Nachkriegszeit sehr groß und ließ sich in dieser Zeit nur über Printmedien befriedigen. Mit dem Bezug der Zeitschrift lag der Beitritt in den BWK nahe. Im Jahr 1962 übernahm Kwitniewski die Geschäftsführung des Landesverbandes Niedersachsen, Bremen und Berlin. Diese Aufgabe nahm er 12 Jahre war. Auf seine Initiative sind u.a. die Fachlehrgänge, die Auslandsreisen sowie die Rückführung von Beitragsanteilen an die Bezirksgruppen zur Belebung der Fach- und Fortbildungsarbeit in den Bezirksgruppen zurückzuführen.

Der Landesverband gab ab 1962 in unregelmäßigen Abständen und in einfacher Form aktuelle Nachrichten für die Mitglieder heraus. Im Zuge einer ausführlichen Diskussion im BWK-Bund und den Landesverbänden über Inhalt, Herausgabe und Kosten der Zeitschrift „Wasser und Boden“ entstand nach intensiven Gesprächen mit dem damaligen Schriftleiter Bodo Cousin der Gedanke, diese Nachrichten als Einlage in die Fachzeitschrift aufzunehmen. Dies war 1965 die Geburtsstunde der „Grünen Seiten“ unter der Redaktion von Schneider und Kwitniewski.

Ein besonderes Anliegen war für Hans Kwitniewski die berufsständische Arbeit des BWK in enger Zusammenarbeit mit anderen Berufsverbänden und Gewerkschaften sowie die Mitarbeit im ZBI und die Gründung einer Ingenieurkammer in Niedersachsen. Insofern war es nur folgerichtig, dass er nach Beendigung der Geschäftsführertätigkeit 1971 zum Obmann des berufsständischen Ausschusses gewählt wurde. Diese Aufgabe hat er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1990, mit einer Unterbrechung in den Jahren 1977 bis 1983, wahrgenommen. In Würdigung seines Engagements für den Verband wurde Hans Kwitniewski 1991 zum Ehrenmitglied ernannt. Sein Interesse am BWK war auch im Ruhestand sehr ausgeprägt. An den Delegiertenversammlungen des Landesverbandes nahm er regelmäßig und aktiv auch im fortgeschrittenen Alter noch teil. Die Goldene Ehrennadel wurde ihm 2016 im Rahmen der Landesdelegiertenversammlung in Nienburg verliehen.

Den Kontakt zu den ehemaligen Kollegen pflegte er intensiv. Seine Vitalität ermöglichte es ihm bis ins hohe Alter seinem Hobby dem Segeln nachzugehen. Das Steinhuder Meer gehörte zu seinem ständigen Segelrevier. Den Reiz des Hochseesegelns genoss er ebenfalls über Jahrzehnte auf der Ostsee und dem Skagerrak. Er bereiste mit dem Segelboot die Küsten von Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden und Polen und seine Heimatstadt Danzig. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratet 1995 wieder. Im Jahr 2000 wurde bei ihm eine Nierenerkrankung festgestellt, an der letztendlich verstarb.

Sein Tod ist für den BWK Landesverband Niedersachsen und Bremen sowie der Bezirksgruppe Hannover ein großer Verlust. Als „Kind“ von der Küste hat das Element Wasser sein Leben geprägt. Am 1. Dezember 2017 wurde Hans Kwitniewski im Seegebiet vor Heiligenhafen beigesetzt. Wir werden ihn in guter Erinnerung behalten.

Hans-Joachim Reimann

Dipl.-Ing. Hans Kwitniewski